Der Autor untersucht die beruflichen Verlaufe von Akademikern einerseits und Absolventen einer beruflichen Lehre andererseits, die ihren Abschluss in den Jahren 1995 und 1990 in Ostdeutschland erworben haben. Mit Hilfe eines dynamischen berufssoziologischen Ansatzes wird das Ausmass des intragenerationalen Berufswandels im Transformationsprozess analysiert und in einem Vergleich zwischen den letzten Jahren der DDR und den ersten Jahren des Transformationsprozesses skizziert. In einem weiteren Vergleich wird untersucht, wie die beiden Abschlussjahrgange in der unmittelbaren Zeit nach der Maueroeffnung bis zur Gegenwart auf die veranderten Bedingungen der Gesellschaft reagieren. Im Fokus steht die Erklarung des Zusammenhangs zwischen Veranderungen auf dem Arbeitsmarkt und beruflichen Wechselprozessen im Erwerbssystem sowie die Dynamik von Berufsverlaufen im Lebensverlauf. Welche Bedeutung haben Berufe und besondere Berufswechselprozesse fur die Organisation des sozialen Wandels im Transformationsprozess? Wird die bei deutschen Arbeitsmarktstrukturen traditionell enge Koppelung zwischen Bildungsqualifikation und Erstberuf im Transformationsprozess aufgebrochen? Wie wird dieser soziale Wandel in einer Berufsstruktur prozediert? Welche Auswirkungen hatte es fur die Absolventen, dass sie ihren Abschluss vor oder nach der Maueroeffnung erworben haben? Und konnten die Absolventen des Jahres 1985 von ihrer Berufserfahrung in der DDR profitieren? Der Autor, geb. 1965, studierte Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und Humangeographie an der Universitat Bremen, 1998 Promotion. Er ist in der Marktforschung eines internationalen Lebensmittelkonzerns tatig.